Lienzer Stadtfest: Alt und Neu tanzten um die Wette
Bis zum späten Samstagabend strömten über 20.000 Besucher in die Lienzer Innenstadt. Eine absolute Bereicherung war das “Soundgartl” der Kleinen Zeitung.
Eine eindrucksvolle Hommage an die regionale Volkskultur war auch am Samstag wieder die traditionelle Eröffnungszeremonie des Lienzer Altstadtfestes, der große Festumzug. Über 700 Akteure aus Ost, Nord- und Südtirol sowie aus dem benachbarten Kärnten sorgten für einen stimmungsvollen Auftakt des zweitägigen Festreigens.
Allein 5000 Festbesucher verfolgten den Festumzug bei der großen Eröffnungsfeier am Lienzer Hauptplatz, welcher sich heuer fest in Kärntner Hand präsentierte. Aber auch das Gedenkjahr 1809-2009 kam unter anderem mit dem Landsturm Lienzer Klause selbstverständlich nicht zu kurz.
“Der Umzug war heuer sehr kärntenlastig. Da kann heute sonst wohl nirgendwo mehr ein Brauchtumsfest stattfinden”, meinte Bürgermeister Johannes Hibler, nachdem er die Festbesucher herzlich begrüßte. Nach dem musikalischen Beginn durch die Stadtmusik Lienz marschierten 130 Jungschützen des Bataillons Lienzer Talboden auf, bevor Staatssekretärin Christine Marek und Landesrätin Beate Palfrader vom Verein Pferdesport Osttirol mit der Pferdekutsche zur Ehrentribüne chauffiert wurden.
Fahnenmeer
Ehrfürchtige Stille herrschte hingegen als 40 Fahnenschwinger der Osttiroler Landjugend und die Klagenfurter Fahnenschwinger ihre Fingerfertigkeit unter Beweis stellten und den gesamten Hauptplatz zum Schwingen brachten. Besonders viel Applaus erntete die Volkstanzgruppe aus St. Ulrich in Gröden (angeführt von unserem “ZORZ” Thomas Mussner), die mit ihrem “Mühlen-Tanz” die Herzen der Zuschauer eroberte.
Altes Kulturgut
Zahlreiche Fotoapparate wurden gezückt, als die Wägen der Landjugend Gaimberg und Matrei mit lautem Juchiza vorbeifuhren und die Heuarbeit als altes Kulturgut ins Rampenlicht stellten. Mit Brot, Zwetschken, Schnaps und Bier im Gepäck, buhlte der “Stadt-Nasch-Markt”- Wagen um die Gunst der Festbesucher und versorgte die mittlerweile hungrig und durstig gewordenen Besucher mit kulinarischen Leckerbissen. Die Vielfalt an Trachten spiegelte sich auch bei der Gotscheerer Landsmannschaft aus Klagenfurt wieder. Die Aufmerksamkeit auf sich zogen auch die Jung-Kicker von Rapid Lienz, die von Hibler höchstpersönlich zwei Fußbälle in Empfang nehmen durften. Die Festfanfare, gespielt von der Stadtmusik Lienz gemeinsam mit der Gitschtaler Trachtenkapelle Weißbriach, läutete den offiziellen Festakt ein, bevor der Festtrubel auf den Plätzen und in den Straßen seine Fortsetzung fand. Insgesamt warten auf die Gästebesucher 78 Musikgruppen, 10 Bühnen, 14 Wirte und 65 leckere Gerichte. “Die absolute Bereicherung ist das ,Soundgartl’, das die Mischung für das Fest zwischen Jung und Alt enorm steigerte”, sagte Organisator Oskar Januschke.
Autoren: KRISTINA PRANTER-KREUZER, GÜNTHER HATZ
Quelle: Kleinezeitung
